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Zuchtziele
Was wir vorher entscheiden,
trägt fünfzehn Jahre.
Wir wollen gesunde, wesensfeste Königspudel züchten, einen Allrounder für Familie und Sport. Unsere Hunde sollen mental und körperlich wohlauf sein, damit sie im Alltag wie im Sport gute Begleiter sind.
Kein Hund besteht nur aus seiner Farbe
Übertypisierung oder eine Selektion auf rein äußerliche Merkmale wie Farbzucht lehnen wir ab. Ein guter Hund hat keine Farbe.
Wir möchten einen ausgeglichenen, arbeitswilligen Hund züchten, der über einen funktionalen Körperbau und ein gutes Immunsystem verfügt. Nur so wird er die vielfältigen Aufgaben des Lebens langfristig gut bewältigen.
Genetik und Gesundheit
Lange war es kaum möglich, den Verwandtschaftsgrad zwischen zwei Hunden konkret einzuschätzen. Durch genetische Tests können wir heute auf einen niedrigen Inzuchtkoeffizienten achten, auf eine hohe genetische Diversität innerhalb der Rasse und über die DLA-Haplotypen auf ein vielfältiges Immunsystem.
Eine Garantie ist das nicht, aber es gibt gute Gründe dafür. Eine Auswertung von über 9.000 Golden Retrievern zeigte, dass ein höherer Inzuchtkoeffizient beim einzelnen Hund mit einer kürzeren Lebenserwartung einhergeht (Yordy et al., 2020). In einer großen US-Erhebung lebten Rassen mit geringerer Inzucht und größerer effektiver Populationsgröße im Median drei bis sechs Monate länger (US-Erhebung, 2020). Und beim Immunsystem gilt: Hunde, die für bestimmte DLA-Haplotypen homozygot sind, tragen ein erhöhtes Risiko für Autoimmunerkrankungen (Companion Animal Health and Genetics, 2019).
Warum das beim Pudel besonders zählt
Großpudel neigen zu Autoimmunerkrankungen, allen voran Sebadenitis und Morbus Addison. Eine Untersuchung an 761 Pudeln aus Europa und Nordamerika hat nachgezeichnet, woher das kommt: Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde weltweit stark auf wenige erfolgreiche Ausstellungshunde gezüchtet. Dieser Flaschenhals hat die Rasse äußerlich vereinheitlicht und dabei unbeabsichtigt auch die Anlagen für diese Krankheiten vervielfacht.
Beide Erkrankungen traten in der Studie vor allem bei den am stärksten ingezüchteten Hunden auf, während genetische Außenseiter weitgehend verschont blieben (Pedersen et al., 2015). Wer es lieber ohne Fachsprache liest: In diesem Beitrag erklärt Pedersen seine Ergebnisse selbst in verständlichen Worten.
Der Pudel-Genpool ist also nicht von Natur aus klein, er ist ungleich verteilt: Ein Großteil der heutigen Hunde geht auf wenige Ahnen zurück, während andere Linien kaum noch genutzt werden. Wir greifen deshalb bewusst auf Hunde zurück, die mit dem Großteil der Population genetisch wenig verwandt sind. Das vergrößert den nutzbaren Teil des Genpools, ohne die Rasse zu verlassen.
Eine zweite Möglichkeit liegt in der Rasse selbst. Pudel werden in vier Größen geführt, vom Toypudel bis zum Großpudel. Gelegentlich wachsen Kleinpudel deutlich über ihre Größengrenze hinaus. Solche Hunde können als Großpudel zur Zucht zugelassen werden, und weil sie den gängigen Großpudellinien genetisch oft fernstehen, bringen sie echte Vielfalt mit.
Was wir untersuchen
Bei den DLA-Haplotypen geht es nicht um gut oder schlecht. Es sind Varianten des Immunsystems, und entscheidend ist, dass die Eltern möglichst unterschiedliche mitbringen, damit der Welpe von beiden Seiten etwas anderes erbt. Genau deshalb lassen wir sie bestimmen: nicht um einen Hund zu bewerten, sondern um die Verpaarung zu planen.
Einzelne Varianten sind allerdings auffällig. In der Pudelstudie war ein bestimmter Haplotyp sowohl mit Sebadenitis als auch mit Morbus Addison verknüpft. Wer diesen Wert kennt, kann vermeiden, zwei Träger miteinander zu verpaaren. Eine Vorhersage ist das nicht, aber ein Risiko weniger.
Unsere Hündin ist komplett geröntgt, hat untersuchte Augen und ein einwandfreies Schilddrüsenprofil. Getestet wird auf alle pudeltypischen Erbkrankheiten und hunderte weitere. Auch die Welpen werden getestet.
Dazu kommt eine Diversitätsanalyse mit vier Werten: der genomische Inzuchtkoeffizient, also wie ingezüchtet ein Hund tatsächlich ist. Die Heterozygotie im Vergleich zu anderen Pudeln. Die genetische Verteilung, die zeigt, wie nah ein Hund mit dem Rest der Rassepopulation verwandt ist. Und die DLA-Haplotypen, an denen sich ablesen lässt, wie breit das Immunsystem aufgestellt ist.
Alle Befunde legen wir Welpeninteressenten beim Kennenlernen im Original vor.
Diese inneren Werte wollen wir weiterbringen. Deshalb suchen wir einen Rüden, der auch gesundheitlich gründlich untersucht und getestet ist. Beim Körperbau achten wir darauf, Stärken und Schwächen von Hündin und Rüde sinnvoll miteinander zu verpaaren, um das Beste für die Welpen herauszuholen.
Wie wir den Deckrüden aussuchen
Welchen Rüden wir nehmen, entscheiden wir von Wurf zu Wurf neu. Wurfwiederholungen wollen wir vermeiden, auch wenn eine Verpaarung gut gelaufen ist, damit möglichst viele verschiedene Rüden in unsere Nachzucht einfließen.
Und wir meiden Rüden, die ohnehin schon sehr häufig gedeckt haben – es sei denn, von ihren vielen Nachkommen wird nur ein kleiner Teil selbst wieder zur Zucht eingesetzt. Wird ein einzelner Rüde in einer Rasse zum Liebling aller, verteilen sich seine Gene binnen weniger Jahre über die halbe Population. Alles, was er an verborgenen Anlagen mitbringt, wird dadurch häufig statt selten, und die nächste Generation ist untereinander so verwandt, dass der nutzbare Genpool wieder schrumpft. Genau dieser Mechanismus steckt hinter dem Flaschenhals, den Pedersen beim Großpudel beschrieben hat.
Ein weiterer Wert, auf den wir schauen, ist das durchschnittliche Generationsintervall: wie alt die Elterntiere sind, wenn ihre Nachkommen zur Welt kommen. Je später eine Rasse ihre nächste Generation bekommt, desto langsamer verliert sie Vielfalt, weil in einem Jahrzehnt schlicht weniger Generationen durchlaufen werden.
Dazu kommt ein ganz praktischer Vorteil. Sebadenitis und Addison lassen sich nicht abtesten, denn es gibt für beide keinen Gentest, der eine Erkrankung vorhersagt. Und sie brechen meist erst im jungen bis mittleren Erwachsenenalter aus. Ein sehr junger Rüde mag deshalb alle Untersuchungen bestanden haben, ohne dass das viel über sein späteres Leben sagt. Mit jedem gesunden Lebensjahr wird die Aussage dagegen belastbarer. Tiffany wird bei ihrem ersten Wurf fünf Jahre alt sein.
Das Wesen entscheidet mit
Das Wesen des Pudels ist einmalig. Deswegen achten wir auf das Wesen unserer Zuchthunde und tun alles dafür, selbstsichere, menschenbezogene und freundliche Königspudel zu züchten.
Wir fördern von Anfang an die Kooperation mit dem Menschen, damit die Kleinen merken, dass es sich lohnt, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Unser Ziel sind sportliche Familienhunde oder auch Hunde für eine besondere Aufgabe, etwa als Rettungs- oder Schulhund.
Wir investieren bewusst viel Zeit und Aufmerksamkeit in Verpaarung und Aufzucht. Den restlichen Weg gehen Sie als Welpenkäufer.
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