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Aufzucht

Acht Wochen Wohnzimmer.

Unsere Welpen kommen zu Hause zur Welt und wachsen mitten in unserem Alltag auf. Was in diesen acht Wochen passiert, trägt ein Hundeleben lang.

Tiffany schläft auf ihrem Bett neben einem Kinderbücherregal

Die Geburt

Unsere Welpen kommen in unseren heimischen vier Wänden zur Welt, in einem behüteten Bereich im Wohn- oder Schlafzimmer. Dort bekommen sie genug Ruhe und bleiben trotzdem stets im Blickfeld.

Uns ist wichtig, unserer Hündin viel Freiraum für eine physiologische Geburt zu geben. Unnötiges Eingreifen in die Geburt und damit in ihr natürliches Verhalten versuchen wir zu vermeiden.

Die ersten Wochen

In den ersten Wochen nach der Geburt wollen wir Hündin und Welpen viel Ruhe geben, um gemeinsam anzukommen. Mit drei bis vier Wochen fangen wir an zuzufüttern, um die Mutter zu entlasten und den Kleinen die nötige Energie zum Wachsen zu geben. Den Anfang macht biologisches Rinderhack. Danach führen wir Schritt für Schritt ein hochwertiges Trockenfutter ein, das Sie später einfach weiterfüttern können. So bleibt den Welpen ein Futterwechsel direkt nach dem Umzug erspart.

Parallel dazu achten wir auf eine mikrobiomfreundliche Ernährung. Zum Trockenfutter geben wir darmfreundliche Ergänzungen: Kefir, Naturjoghurt und präbiotisches „Bakterienfutter“, also Ballaststoffe, von denen die guten Darmbakterien leben. Dass Kefirbakterien die Darmflora von Hunden messbar verändern, ist untersucht (Frontiers in Veterinary Science, 2020).

Warum uns das so wichtig ist: Viele Pudel neigen zum Mäkeln und haben einen empfindlichen Bauch. Wir wünschen uns Welpen mit einer stabilen Verdauung, die später problemlos fressen, was ihre Familie ihnen vorsetzt.

Dazu kommt der Kontakt zur Umwelt: Erde, Rasen und Gartengerüche bringen genau die Keimvielfalt mit, die ein junger Darm braucht.

Ab der vierten Woche

Mit etwa vier Wochen erweitern wir den Welpenauslauf. Im Wohnzimmer entsteht ein geräumiger Ort, an dem sie spielen, Objekte erkunden und wachsen können. Gleichzeitig öffnen wir die Terrassentür, die die Welpen ebenerdig erreichen.

Dahinter wartet unser 90 Quadratmeter großer Welpenauslauf mit Bio-Rollrasen. Hier können sie sicher alles erkunden und ihren Auslauf so gut wie möglich sauber halten. Das erleichtert Ihnen später die Reinlichkeitserziehung deutlich.

Unser Sohn liegt im Gras neben Tiffany im umzäunten Welpenauslauf
Ein kleiner Einblick in unseren Garten, der später zum Welpenauslauf wird.

Prägung

Für die Prägung nutzen wir Elemente aus Puppy Culture und dem Super Dog Programme. Dazu bekommen die Welpen regelmäßig Besuch und machen altersgerechte Ausflüge, bei denen sie verschiedene Menschen und Situationen kennenlernen.

Puppy Culture ist ein Programm der Hundetrainerin und Züchterin Jane Killion für die ersten zwölf Lebenswochen. Es gibt Woche für Woche vor, welche Erfahrungen in diesem Alter sinnvoll sind: erste Reize, Gewöhnung an Geräusche und Untergründe, Alleinbleiben, Stubenreinheit, erste Regeln im Umgang mit Menschen.

Das Super Dog Programme stammt ursprünglich aus der Hundezucht des US-Militärs, wo es Bio Sensor hieß. Es besteht aus fünf kurzen Handgriffen, die zwischen dem dritten und sechzehnten Lebenstag einmal täglich durchgeführt werden, etwa das Halten in verschiedenen Positionen oder ein kurzer Kältereiz an den Pfoten.

Wenn Sie sehen möchten, wie das aussieht: Die Macher von Puppy Culture haben einen Einblick in ihr Programm veröffentlicht, dazu gibt es den Auftakt des Films. Die fünf Bio-Sensor-Übungen beschreibt Dr. Carmen Battaglia auf seiner eigenen Seite, der sie im Hundesport bekannt gemacht hat.

Gerade weil viel Neues auf sie einströmt, achten wir darauf, dass sie ausreichend Ruhe haben. Das Gehirn braucht Ruhe, um Erfahrungen zu verarbeiten.

Fellpflege von Anfang an

Ein Großpudel wird sein Leben lang gewaschen, geschoren und gebürstet. Wer das nicht schon als Welpe kennenlernt, empfindet es später schnell als Zumutung.

Deshalb gewöhnen wir die Welpen früh daran. Wir nehmen sie regelmäßig hoch und halten sie, fassen Pfoten, Ohren und Fang an, schneiden die Krallen und machen sie mit Wasser, Schermaschine und Fön vertraut. Immer in kleinen Portionen und nur so lange, wie es entspannt bleibt.

Tiffany steht im Profil vor einer Rosenhecke
Gepflegtes Fell ist beim Pudel keine Kosmetik, sondern Pflichtprogramm.

Konditionierte Entspannung

Während der Aufzucht koppeln wir Entspannung an feste Signale: leise Klänge über den Relaxodog und einen dezenten Lavendelduft, immer dann, wenn die Welpen ohnehin zur Ruhe kommen. Nach einigen Wochen verbinden sie beides mit Sicherheit und Schlaf.

Wenn Ihr Hund später in eine unruhige Lage gerät, an Silvester, bei einem Kindergeburtstag zu Hause oder während eines Umzugs, haben Sie damit ein Mittel in der Hand, das er schon aus seiner ersten Zeit kennt. Dafür sollten Sie die Verknüpfung immer wieder auffrischen, also den Lavendelduft auch in ruhigen Momenten verdampfen.

Eine möglichst schadstoffarme Umgebung

Welpen nehmen alles in den Mund und liegen den ganzen Tag auf dem Boden. Genau dort stecken die Stoffe, an die man zuletzt denkt: Hundebetten, Decken und Spielzeug bestehen überwiegend aus Polyester, das Weichmacher, BPA-Rückstände und Mikroplastik abgeben kann. Es gibt Hinweise darauf, dass solche Stoffe in den Hormonhaushalt eingreifen und bis in die Fruchtbarkeit hineinwirken (Animals, 2023).

Wir setzen deshalb auf Baumwolle, Leinen, Wolle, Holz und Naturkautschuk statt auf weiches Plastik, auf waschbare Textilien statt beschichteter Unterlagen und auf biologische Reiniger ohne Duftstoffe. Vermeiden lässt sich nicht alles, aber wir geben unser Bestes.

Ausführlich aufbereitet hat das Thema die Zucht Soulwind Australian Shepherd in ihrem Beitrag über Polyester im Hundealltag. Lesenswert, auch wenn es dort um eine andere Rasse geht.

Besuche und Kontakt

Jeder Züchter handhabt die ersten Welpenbesuche anders. Wir tendieren derzeit dazu, Besucher ab der vierten Lebenswoche willkommen zu heißen. Das entscheiden wir individuell, je nachdem, wie es Mutter und Welpen brauchen. Sollten wir uns für einen früheren Termin entscheiden, sind Sie herzlich eingeladen.

Ich nehme Sie bereits während der Trächtigkeit und in den ersten Lebenswochen mit und schicke Ihnen regelmäßig Bilder und Videos. Mit einem Welpen von uns gehören Sie zur Hundefamilie. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie sich immer wieder einmal melden: Wir sehen gerne, wie sich die Kleinen entwickeln, und lernen aus jedem einzelnen Lebensweg etwas für unsere Zucht.